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janielze

36, Weiblich

Beiträge: 1

Kehlkopfreizung durch stillen Reflux - Erfahrungswerte?

von janielze am 09.06.2016 16:25

Hallo allerseits!
Ich bin ganz neu hier, bin 26 Jahre alt und weiblich. Hab seit Jahren große Kehlkopfschmerzen wenn
ich in Rauch/Klimaanlagenluft bin und nachdem ich Führungen in einem Museum abhalte, wo ich den restlichen Tag dann kaum sprechen kann. Dachte erst ich spreche falsch, meine Logopädin ordnete aber eine Kehlkopfspiegelung an und siehe da - ich hab sowas wie eine chronische Kehlkopfentzündung durch stillen Reflux. Eine Magenspiegelung brachte noch die Diagnose dass ich einen Zwerchfellbruch habe. Die Internistin empfahl mir 1 Monat lang 1Stk. Pantoprazol 40mg pro Tag und dann zwei Monate 1x20mg pro Tag, sowie Cardiotraining mehrmals wöchentlich und zwei Stunden vorm Schlafen weder zu essen noch zu trinken.. (was ich durchhalte bis auf Leitungswasser).
meine Diät solle ich erstmal so lassen, da mich der Gedanke meine Ernährung so einzuschränken extrem stresst und sie meinte das wäre dann auch nicht förderlich. Ich muss dazu sagen, dass ich mich ohnehin sehr gesund ernähre, vegetarisch und wenig Milchprodukte, koche immer selbst zuhause.

Nachdem ich jetzt das Monat mit Pantoprazol 40mg hinter mir habe kann ich nur kleine Verbesserungen wahrnehmen, mein erster Versuch wieder eine Führung zu machen hat wieder mit extremen Schmerzen geendet und ich bin schon sehr verzweifelt weil ich diesen Job wirklich gern mache. Nun meine Frage: Gibt es Erfahrungen wie lange es dauert bis der Kehlkopf sich wieder halbwegs erholt hat? Ich weiß, hier im Forum schreiben viele 2-3 Monate, war es dann auch wirklich besser nach diesem Zeitraum? Gibt es sonst irgendwelche Tipps um die Heilung zu beschleunigen? Und denkt ihr, dass auch Leitungswasser vor dem Schlafen schlecht ist?
Und was ist wirklich die richtige Art diese Tabletten einzunehmen? Hab leider weil die Ärztin nur 'abends' gesagt hat, ein paar Wochen lang die Tablette direkt vor dem Schlafengehen genommen, was überhaupt nichts gebracht haben dürfte. Nun nehme ich sie eine halbe Stunde vor dem Abendessen.

Ich freue mich über alle Antworten!

Antworten Zuletzt bearbeitet am 09.06.2016 16:35.

admin
Administrator

46, Männlich

Beiträge: 104

Re: Wie kann ich stillen Reflux diagnostizieren?

von admin am 30.05.2016 13:42

Grundsätzlich:

Stiller Reflux Patienten haben ein erhöhtes Risiko an Barrett zu erkranken. Dazu gibt es zahlreiche Studien. Der Grund dafür liegt einmal in der dauerhaften Belastung der Schleimhaute und auch daran, dass Patienten zu lange unbehandelt bleiben.

Man sollte auch nicht den Fehler begehen, die Refluxerkrankungen zu "vermischen": Es gibt des Gastro-Esophagealen Reflux mit eigenen Symptomen und eigenen Diagnostikverfahren und es gibt den Laryngopharyngealen Reflux (LPR; Stiller Reflux) mit anderen Symptomen und Diagnostikverfahren. Nicht selten - und das ist der Punkt - leiden Patienten an einem stillen Reflux aber NICHT an einem GERD: Diese Patienten werden mit einer Impedanzmessung/2Punkt pH Metrie in der Speiseröhre einfach nicht diagnostiziert.

 Ein CT/MRT ist alleine schon deshalb nicht möglich, da dieses Diagnostikverfahren einfach zu teuer ist. Solltest du Privatpatient sein, kann es sein dass man dies bei dir gemacht hat. Ein CT/MRT wird von den Krankenkassen bei Verdacht auf LPR auch einfach nicht bezahlt ;)

Eine Magenspiegelung ist immer eine "Momentaufnahme". Mag sein, dass bei heftigen Reflux-Patienten ein Defekt am unteren Spinkter festzustellen ist aber da es eine Momentaufnahme ist, kannst du keine Rückschlüsse für die Behandlung ziehen. Deshalb macht man ja - sowohl bei GERD als auch bei LPR - eine 24 Stunden pH Metrie (und misst nicht 1 x den pH Wert) - man möchte eine Messung über einen längeren Zeitraum. Da in der Speiseröhe andere Grenzwerte herschen als im Rachen ("Puffersystem der Speiseröhrenschleimhaut"), kann eine pH Messung in der Speiseröhre keine Rückschlüsse auf den Rachen gezogen werden - deshalb gibt es ja zwei unterschiedliche Mess-Methoden.

Glaube mir, ich bin seit rund 10 Jahren sehr tief in diesen Thema und regelmäßig auf Fortbildungen. Ich treffe viele Ärzte und dieses Thema ist kontrovers. Man sollte nie den Fehler begehen von sich auf andere zu schließen und im Zweifel immer eine 2. und 3. Meinung einholen (grundsätzlich bei jeder chronischen Erkrankung ratsam). 

 

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admin
Administrator

46, Männlich

Beiträge: 104

Re: Wie kann ich stillen Reflux diagnostizieren?

von admin am 29.05.2016 13:10

Die vorherigen Antworten sollte man nicht so stehen lassen. Ganz im Gegenteil.

Es gibt wie bei jeder Erkrankung Ärzte, die sich mit der Thematik LPR (stiller reflux) auseinander setzen und sich darauf spezialisieren und eben Ärzte, die darauf nicht spezialisiert sind. Dies vorab.

Ein CT ist bei dieser Erkrankung keine Alternative und wird auch nicht durchgeführt (außer bei Verdacht auf Sinusitis).
In der Regel hängt die Diagnostik vom Facharzt ab: Der Gastroenterologe wird eine sogenannte '2 Punkt Impedanz pH Metrie' durchführen, die aber für eine andere Erkrankung gedacht ist (GERD) und die pH werte in der Speiseröhre misst. Also nicht am Ort der Symptome.

Da die Symptome beim stillen Reflux im Rachen stattfinden, ist die erste Anlaufstelle der HNO Arzt, der - wenn er sich spezialisiert hat auf LPR - eine pH Metrie im Rachen durchführt. Diese Messung ist auch nicht so unangenehm wie die beim Gastro, da die Sonde nicht in die Speiseröhre geschoben wird.

Schau mal unter stillerreflux.de, dort findest du Spezialisten für stillen Reflux.

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fluxi
Gelöschter Benutzer

Re: Wie kann ich stillen Reflux diagnostizieren?

von fluxi am 22.05.2016 21:47

vielleicht ist es bei Dir genau umgekehrt wie bei mir:
bei mir wurde zuerst eine Sinusitis diagnostiziert und danach kam raus,dass es stiller Refkux ist.
Hat bei Dir der HNO schon mal eine CT gemacht?

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Armor-Reisen

61, Weiblich

Beiträge: 1

Wie kann ich stillen Reflux diagnostizieren?

von Armor-Reisen am 22.05.2016 20:44

Ich habe seit September trockenen Reizhusten. Dieser begann erst kaum wahrnehmbar, wurde aber über die Monate immer stärker mit kurzen Unterbrechungen ohne Husten. Ich war beim Hausarzt, beim HNO-Arzt, beim Lungenfacharzt und beim Gastroenterologen mit Spezialgebiet "Stiller Reflux", aber eine Diagnose gab es nirgends. Nichtsdestotrotz sind die Symptome des stillen Reflux' noch die einzigen, die mir irgendwie passend erscheinen. Ich habe dieses Restech Sonde 24 h getragen und es wurde eine Laryngoskopie gemacht, alles ohne Ergebnis (allerdings hatte ich genau zu diesem Zeitpunkt keine Symptome). Neben dem Husten hatte ich viele Infekte und Räusperzwang, teilweise auch Halsschmerzen. Nun verzichte ich gerade seit 2 Wochen auf Tomaten, Zwiebeln, Erdnusscreme, Kohlensäure, Alkohol und Tabak, esse immer zeitig, aber es zeigt null Wirkung. Dazu sollte ich noch sagen, dass ich nie nachts huste oder beim Sport. Was kann ich noch tun, um den stillen Reflux auszuschließen? Und was könnte es sein oder ist es doch der Reflux, der einfach nur schwer diagnostizierbar ist (wenn man Refluxgate liest, dann klingt das doch eher so). Ich bin echt verzweifelt und über alle Hinweise dankbar.

Grüße Armor-Reisen

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GuckGuck
Gelöschter Benutzer

Re: Bitte um Hilfe!

von GuckGuck am 17.05.2016 17:26

Halle natalie08,

Das Zungenbrennen und der Geschmack können durchaus noch von der Speiseröhrenentzündung herrühren. Entzündungen im Bereich der Speiseröhre können noch längere Zeit "nachoxidieren". Dort hängen noch Pepsine und andere Entzündungsstoffe rum. So nenne ich das jetzt mal. Mir geht es seit 3 Tagen minimal besser, die OP ist nun 7 Wochen her. Ich glaube nun tut sich etwas. Nach der OP war ich auch völlig fertig, weil nichts sein kann, was nicht sein darf!

Wenn bestätigt ist das Dein Pförtner schließt ist das schonmal eine gute Sache. Kein nachweisbarer Reflux ebenfalls. Im Grunde gibt es nun zwei Möglichkeiten:

1.) Beschwerden lassen nach

2.) Beschwerden lassen nicht nach

Bei 2.) würde ich Dir empfehlen Dir schon einmal einen HNO zu suchen der bis unten zur Magenklappe spiegelt. In Deutschland gibt es ein dementsprechendes Refluxcenter in Düsseldorf. Vielleicht konfrontierst Du einen HNO Deiner Wahl mal mir der Internetseite..... Mit der Aufzeichnung der Spiegelung könntest Du deinen Chirurgen dann konfrontieren. Eine zusätzlich Zweitmeinung wegen der Problematik wäre dann aus meiner Sicht anzuraten.

Deine Rippenbogengeschichte muss ja nicht zwangsläufig mit dem Reflux zu tun haben.

LG

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fluxi
Gelöschter Benutzer

Re: Bitte um Hilfe!

von fluxi am 16.05.2016 19:40

hi natalie08,
Du findest einen Großteil der Informationen im vorhergehenden post "bei mir brennt es gewaltig..."
Den Rest hier im Forum außer wohl die Schmerzen mit dem Rippenbogen....

Gute Besserung.

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natalie08

33, Weiblich

Beiträge: 5

Re: Bitte um Hilfe!

von natalie08 am 16.05.2016 13:10

Was ist denn ein Pepsin Test? (24h Messung)

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natalie08

33, Weiblich

Beiträge: 5

Re: Bitte um Hilfe!

von natalie08 am 16.05.2016 13:08

Hallo und Danke für deine Rückmeldung!

Ja das mit der Speiseröhrenentzündung ist mir auch schon gesagt worden das es noch dauern kann bis sich die Entzündung "erholen" kann (Das kommt mir natürlich auch realistisch vor)
Jedoch verstehe ich den total sauren Geschmack und die stark belegte Zunge nicht!? Denn wenn es doch keinen Reflux gibt, wie kann ich es dann dennoch schmecken?)
Seit drei Tagen plagt mich eine ständige Übelkeit und eine Art "Kloß" Im Hals Zum verrückt werden.. Was das nun wieder sein kann? Ich habe überhaupt keine Lebensqualität mehr!
Vor der OP hatte ich auch starke Schmerzen links unter meinen Rippenbogen (fühlt sich dumpf und irgendwie entzündet an)
Diese Schmerzen sind jetzt auch wieder vorhanden..
Woran das liegt kann mir auch keiner beantworten..
Ich denke mir ja schon die ganze Zeit ob vielleicht etwas übersehen wurde?!
Das mit den PPI ist so eine Sache - ich habe nie darauf angesprochen warum auch immer?  
Ich hatte meine OP in Wien da ich aus Österreich komme.
Ich kenne mich eigentlich nicht recht wirklich mit den ganzen Untersuchungen aus :/ Wie geschrieben bekam ich nach der OP eine 24h Messung - Magenspiegelung aber ohne Befund.
Der Chirurg nimmt meine Probleme anscheinend nicht erst :/ Seine Aussage war nur: Da drinnen ist es dicht, was soll denn da noch aufsteigen und außerdem haben sie keinen nachweisbaren Reflux mehr..

LG und danke für deine Antwort! 

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GuckGuck
Gelöschter Benutzer

Re: Bitte um Hilfe!

von GuckGuck am 14.05.2016 11:33

Hallo natalie08 und gutem Morgen!

Deine und Meine Geschichte weisen einige Gemeinsamkeiten auf.

Wie auch bei Dir hat man mir auch nach der OP (Linx) mitgeteilt das eine Verbesserung der Probleme dauern wird. Auch nach meiner OP wurde eine PH-Metrie zur Kontrolle durchgeführt. Auch hier keine Refluxnachweis. Bei mir ist die OP nun 6 Wochen her und bisher ist alles beim Alten. Ich spiele derzeit auch auf Zeit und hoffe sehr das es sich wirklich noch verbessert. Fakt ist: Eine Speisenröhrenentzündung die sich über mehrere Jahre entwickelt hat verschwindet nicht so schnell. Das wurde mir auch von mehreren Ärzten (Chirurgen, Gastro's und HNO Ärzten bestätigt -Reflux Spezialisten-). Ich habe mal gelesen das es bis zu 6 Monaten dauern kann bis die Entzündung / Symptome verschwinden. Von allen Ärzten wird eine konsequente PPI Therapie empfohlen.

Derzeit versuche ich dem Körper durch Sport und basische Ernährung bei der Heilung zu helfen. Des Weiteren bin ich noch beim Logopähden und beim Heilpraktiker. Wäre für Dich vielleicht auch noch einmal ein Ansatz.

Ich werde jetzt 6 Monate abwarten, PPI in Doppeldosis nehmen, und dem Körper durch oben genannte Maßnahmen helfen sich zu regenerieren. Das würde ich Dir auch erstmal empfehlen. Sollten die Probleme weiterhin bestehen werde ich erneut einen Pepsin Test machen und die Magenklappe von oben durch einen HNO auf Dichtigkeit (Spiegelung) prüfen lassen. Zusätzlich Restech-DX Säuremessung zur Verbesserung der Datenlage. Daraufhin würde mein Chirurg eine Hemifundoplikatio durchführen, falls ich das wünsche. Zum Pepsin-Test sei anzumerken das nur wenige Ärzte diesen als OP Indikation akzeptieren. Das wäre allerdings für Dich ein Hinweis, falls positiv, das die Magenklappe immer noch nicht richtig dicht ist.

Wo hast Du Deine OP machen lassen?
Nimmst Du derzeit PPI? Welche Dosis?

Halte uns bitte, egal wie es bei Dir geht, auf dem Laufenden! DANKE Deine Erfahrungen für uns sehr wichtig.

LG

GuckGuck

Antworten
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