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Re: Speiseröhrenentzündung durch Kohlensäure - Dauer bis Heilung
von inscience am 09.12.2021 19:32So, hier bin ich wieder mit einem Update.
Ich habe nun 4 Wochen lang Pantroprazol bekommen. Und ich kann immer noch nicht feste Nahrung schlucken. Es ist der Reizhusten zwar deutlich besser geworden und das Schlucken funktioniert ein bisschen besser, aber ich bin noch weit davon entfernt, auch nur ein Stück Brot oder gar eine weich gekochte Kartoffel essen zu können. Es ist alles sehr sehr nervenaufreibend.
Mein Arzt hat 3 Entzündungsherde festgestellt: Speiseröhre, Übergang Magen/Speiseröhre (hier am schlimmsten) und am Anfang des Dünndarms. Der Schließmuskel des Magens schließt sehr fest, meinte er. Da ist keinerlei Problem vorhanden.
Er meinte, dass man das langfristig nur mit Ernährung in den Griff bekommt. Auf meinen Hinweis, dass ich seit 7 Monaten nichts mehr schlucken kann und aufgrund dessen sowieso nur Gemüsesuppen und Smoothies esse und alles meide, was schädlich ist (also seitdem auch keinerlei Kohlensäure, Kaffee oder Fruchtsäure). Daraufhin meinte er, das müsste auf jeden Fall schon längst abgeheilt sein - ich solle mal die Tabletten nehmen und er überweist mich an einen Reflux-Experten im Krankenhaus (da habe ich erst Mitte Januar einen Termin).
Soweit so gut. Tabletten waren also ein wenig hilfreich, aber eben nicht vollständig. Ich frage mich aber auch, ob eine Entzündung überhaupt so lange dauern kann - oder ob sich das Ganze immer wieder neu entzündet (wegen stillem Reflux und Magensäure/Gas, das hochsteigt).
Nur, selbst wenn die Entzündung neu aufflammt, dann frage ich mich wodurch - denn gesünder kann ich wirklich nicht mehr leben.
Aber vielleicht braucht das alles wirklich so lange, ich weiß es nicht. Als Ursache sehe ich bei mir wirklich die Kohlensäure, was auch meinen intakten Schließmuskel erklären würde.
Atemtest hat mein Arzt auch vorgeschlagen. Aber das bestätigt nur die Diagnose, nämlich stiller Reflux. Aber das bringt keine Linderung oder Beseitigung der Beschwerden. Hier frage ich mich, was ein Arzt überhaupt noch empfehlen kann.
Ich kann wohl nur weiterhin abwarten - zum einen, ob es sich bessert und zum anderen bis zu meinem Termin beim Spezialisten.
Es freut mich jedenfalls für dich, Tim, dass du immerhin ausführlich untersucht wirst und du einen Arzt gefunden hast, der auf deine Krankengeschichte eingeht. Das ist sehr wichtig. Ich hoffe, dass du da bald weiterkommst und natürlich beschwerdefrei wirst.
Re: Heilung aber wie?
von sorumak am 23.11.2021 15:20Re: Heilung aber wie?
von Silke am 14.11.2021 15:30Hallo PeterPaul,war in letzter Zeit nur ein stiller Leser. Dein Beitrag war sehr interesant.Ich habe seit Ostern dieses dauerhafte Brennen im Rachen,am Gaumen und an den Zähnen.Manchmal bis zur Nase hoch und verschleimten Hals.Ich gurgle zur Zeit nach jeden Essen und nehme nach jeden Essen Ziverel.Ernährung Haferschleim und Gemüse und Kartoffeln.Wenn ich ehrlich bin,das geht schon an die Substanz mit der Ernährung.Manche Tage bin ich mit meiner Laune im Keller.War jetzt sogar in der Uniklinik Dresden,wo ich dachte ich komm dort weiter,aber leider ist auf dieses Thema keiner eingegangen.Ich hatte wirklich mehr erwartet.Von meiner Hausärztin habe ich wieder Pantoprazol verschrieben bekommen,nehme ich ja sowieso nicht ein.Es ist auch so traurig das man auf weiter Flur alleine steht und keiner hilft einen.Den Satz haben sie Stress kann ich schon nicht mehr hören.Habe auch alle Untersucheungen hinter mir,Magenspielung,Breischluck,Schilddrüse ,Bluttest.Aber das kennt wohl jeder hier.Nimmst Du das Medikament schon und hat deine Hausärztin Dir das einfach so verschrieben.Wo kann ich das Aniseed kaufen,mein Problem ist das ich leider kein englisch kann.Merkst Du schon eine Wirkung?Würde mich über eine Info freuen.Mfg Silke
Re: Speiseröhrenentzündung durch Kohlensäure - Dauer bis Heilung
von Tim am 09.11.2021 06:29Ich hoffe das schlägt bei dir an und es geht dir bald besser. Bin ehrlich gespannt wie es läuft. Hat der Arzt/Ärztin sich zu einer möglichen Ursache geäußert? Deine Hauptvermutung ist wohl noch die Kohlensäure?
Für mich vermute ich immer noch stark, dass mein Reflux anders gelagert ist und ich eher zu wenig Magensäure habe, deshalb bin ich gefühlt froh auf die Säurehemmer verzichtet zu haben. Ich war inzwischen bei einem neuen Gastroenterologen. Er meinte er wolle nicht schon nach einem Jahr eine Kontroll-Spiegelung machen, was ich OK finde, denn mein Gefühl ist, dass die Entzündung weniger da oder weg ist. Meinen Befund auf Dünndarmfehlbesiedlung (SIBO-Test von Amazon) fand er interessant und er will mich tatsächlich nochmal darauf mit einem Atemtest untersuchen - in der Annahme, dass das noch nicht ausgeheilt ist. Dazu Stuhlprobe, Blutabnahme und es kommt noch eine Testung auf Nahrungsmittelunverträglichkeiten. Auf Magensäuremangel ist er leider noch nicht eingegangen - leider war es eine sehr volle Praxis und ich habe mich ob der gebotenen Eile etwas unwohl gefühlt. Ich bin aber froh, dass er meine Beschwerden nach meiner ersten Einschätzung ernst nimmt und mich austesten will. Der Atemtest ist Ende November und ich bekomme danach seinen Anruf.
Re: Heilung aber wie?
von Tim am 09.11.2021 06:03Danke, dass Du das geteilt hast ... musste Famotidin erst einmal googlen. Es klingt schon danach, dass Jamie Kaufman hier an zwei Fronten ansetzt. Magensäure und Pepsine erst einmal neutralisieren. Ich habe basisches Wasser immer nur gegurgelt, wenn überhaupt nur in kleinen Schlucken getrunken, damit es etwas tiefer kommt. Es ging mir nur darum den Mundraum basischer zu machen um Pepsine zu deaktivieren und in der ersten Phase eine Entzündung (das kribbelige Brennen) zu lindern. Ich habe einfach einen halben Teelöffel Kaisernatron in 0,5 Liter Wasser verrührt und anfangs mit Lackmuspaier grob getestet, dass es bei PH 8,5 bis PH 9 liegt. Wie viel basisches Wasser sollst Du den trinken?
Re: Arzt: "Dann leben Sie damit!"
von Tim am 09.11.2021 05:34Wirklich krass. Vor allem, weil dieser Arzt ganz offensichtlich null Ahnung von seiner angeblichen Kernkompetenz zu haben scheint. Meine wirklich sehr nette und vertrauensvolle Hausärztin kennt stillen Reflux auch nicht. Diese Erfahrungen bestärken mich in dem Glauben, dass der Großteil der Ärzte in Deutschland nur vom Zusammenhang Zwerchfellbruch, Sobrennen, Pantoprazol wissen. Deshalb läuft man danach ja frustriert zum Heilpraktiker oder zur Ernährungsberatung, wo man wohl tatsächlich besser aufgehoben ist. Der ganze Themenbereich LPR Stiller Reflux scheint mir in den USA bekannter zu sein (zumindest nach den Suchergebnissen gemessen) ... finde auch Elisas Beitrag nachvollziehbar (Benutzer leider gelöscht).
Re: Heilung aber wie?
von PeterPaul am 07.11.2021 09:33Kann man wohl auch. Ich habe mir allerdings einen entsprechenden Wasserfilter besorgt. Im verlinkten Blog-Artikel von Jamie Koufman verlinkt sie auf ein Gerät bei Amazon, dass allerdings nicht mehr erhältlich ist. Es gibt aber andere. Auswahl in Deutschland ist gefühlt eher gering. Die Geräte sehen aus wie ein herkömmlicher Brita Wasserfitler. Ich habe mir auch ein pH-Messgerät besorgt und messe ab und an das gefilterter Wasser.
Re: Heilung aber wie?
von sorumak am 06.11.2021 17:30Um basisches Wasser zu bekommen, schüttest du Bullrichsalz ins Wasser,sehe ich das richtig ?
Re: Heilung aber wie?
von PeterPaul am 06.11.2021 11:28Hier ein kurzes Update, auch wenn hier im Forum irgendwie wenig los ist. Ich nehme an, einige lesen still mit.
Ich habe mir eine recht teure Privatkonsultation mit Jamie Koufman gegönnt, 30 min kosten rund 450 Euro, per Zoom. Jamie Koufman ist 75 Jahre alt und hat wohl den Ausdruck "Stiller Reflux" erfunden, heute nennt sie es wohl auch "Respiratory Reflux". Zudem habe ich mir ihr Buch gekauft: "Acid Reflux Diet".
Nur mit Buch und dem nachfolgend verlinkten Blog von ihr, hätte ich die Konsultation vermutlich nicht gebraucht, aber ich bereue es nicht. https://jamiekoufman.com/post-nasal-drip-too-much-phlegm-mucus-or-clearing-your-throat/
Ich darf nochmal darauf hinweisen, dass mein Hauptproblem die extreme Schleimbildung ist, sowie die heisere Stimme und das damit beim Sprechen verbundene Räuspern.
Vor der Konsultation füllt man einen Online Fragebogen aus mit Symptomen etc. Ich hatte eine Zusammenfassung meiner Probleme, bisherigen Untersuchungen etc. zusammgefasst, die hat sie sich aber nur sehr kurz angeschaut. Sie meinte: Das bringt eh wenig, man kann stillen Reflux schlecht diagnistizieren. Auch meinte sie, sie könne sofort hören, dass meine Stimmbänder angegriffen seien (konnte ich erst nicht ganz glauben).
Dann hat sie mir folgendes Programm mitgegeben (siehe auch Blog):
1. Detox Programm 3 Wochen bis 3 Monate (ist im Buch beschrieben, meint im Wesentlichen "Diet")
2. Ab 17 Uhr nichts mehr essen, nur noch Kamillentee oder Wasser
3. Kleines Abendessen
4. Im Winkel von 45 Grad schlafen (Schlafkeil)
5. Formatidin 20 mg, 15 Minuten vor Frühstück und Abendessen, 2 vorm Schlafengehen (in Deutschland leider Verschreibungspflichtig, muss mir noch ein Rezept holen)
6. Gaviscon Advanced Aniseed, 1 Esslöffel nach dem Abendessen und vorm Schlafengehen (teuer, nur online erhältlich, ist wohl speziell das mit Anis und nicht mit Pfefferminz, warum auch immer, habe es noch nicht da)
7. Basisches Wasser trinken, Pepsin wird ab pH 9 neutralisiert trinken, ggf. auch mit Sprühflasche zwischendurch in den Mund sprühen und schlucken
8. Nach dem Essen Kaugummi kauen, damit mehr Spucke gebildet wird
Ich mache das jetzt 2-3 Tage, hat was gedauuert bis der Wasserfilter da war, die Medikamente habe ich noch nicht. Vielleicht bilde ich mir das ein, aber ich meine Verbesserungen zu spüren, insb. deutlich weniger Schleim. Es wird ja ohnehin einige Monate dauern.
Der Schleim wird wohl von irgendwelchen Drüsen (in der Speiseröhre?) gebildet, um die Speiseröhre vor dem Pepsin zu schützen. Die Schleimbildung braucht ggf. bis zu 3 Monate um deutlich zurückzugehen
Ich tue mich schwer mit dem basischen Wasser. Es schmeckt ganz normal, aber man liest überall, man solle damit vorsichtig sein. Ich habe das jetzt mal auf 1l am Tag begrenzt und trinke ansonsten ja normal saures Wasser und Tee.
Re: Speiseröhrenentzündung durch Kohlensäure - Dauer bis Heilung
von inscience am 02.11.2021 19:49Nun zu mehr Neuigkeiten, heute hatte ich meine Magenspiegelung hinter mir.
Ösophagus: normal in allen Abschnitten
Ora Serrata: Schatzki-RingCarida: kleine Hiatushemie in Inversion
Fundus: unauffällig
Corpus: makroskopisch unauffällige Schleimhaut, regulärer Faltenverlauf
Antrum: leichte Schleimhautrötung
Bulbus: unauffällig
Pars descendence duodeni: unauffällig
Zusammenfassung: geringe Antrumgastritis, kleine Hiatushernie, Schatzki-Ring.
Therapie: die nächsten 4 Wochen Pantroprazol 40 mg
Wie übrigens Tim richtig sagte: Magenspiegelung war unter Narkose wirklich nicht schlimm. Danke für deine Beruhigung nochmals 
Man schläft ein, wacht auf, hat nichts von der Magenspiegelung bemerkt.
Einzig und alleine, dass Schlucken macht mir im Trockenzustand jetzt wieder mehr Probleme, aber das ist bei der Untersuchung leider normal.
Ja, Magensäurehemmer hätte ich mir gerne erspart, aber besser das heilt mal alles ab. Der Arzt meinte, leichte Entzündung der Speiseröhre, des Magens und des Dünndarms. Da hilft dann eine gesunde Ernährung halt auch nicht mehr viel.
Ich bin gespannt, ob es in den nächsten Wochen besser wird. Und vor allem, was passiert, wenn ich die Magensäurehemmer wieder absetze. Ich hoffe nämlich nicht, dass das ganze dann wieder von vorne los geht.
Ernährung werde ich beibehalten, zusätzlich mein Zwerchfell stärken (hierzu werde ich noch einen Physotherapeuten kontaktieren).
Ich hoffe, ich bekomme die Entzündungen so wieder vollständig weg - und kann vor allem wieder irgendwann normal essen. Das letzte Mal feste Nahrung konnte ich im Mai essen
Das macht mich am meisten fertig.


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